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13.09.2011 - Wie "Wum" Loriot und Hans Held verband - Grafiker entwarf unter anderem die Figuren für den berühmten Fernsehhund von Vicco von Bülow.

Von Thomas Dorsch

Hans Held hatte bereits während seiner Kriegsgefangenschaft in Aurich beschlossen, so schnell wie möglich wieder, wie bereits während des Krieges bei der Bavariafilm in Babelsberg, in die Zeichenfilmproduktion einzusteigen, allerdings in eigener Regie. So bemühte er sich bereits 1947 bei der britischen Militärregierung um die Genehmigung, wieder Zeichenfilme produzieren zu dürfen.1948 zog er von Aurich nach Hamburg und ging zur Burgfilm. Nachdem der Inhaber Damman ausstieg, übernahm Hans Held die Produktion und machte daraus sein HELD STUDIO. In Hamburg wurde er sehr schnell bekannt, einmal mit seinem Filmstudio und zum anderen als Werbegrafiker. Er gewann den Wettbewerb als Mecki-Grafiker und es folgten schnell namhafte Firmen mit Werbeaufträgen wie die Firma Darboven, Moritz-Eis-Pralinen, Holstenbrauerei, Margarine-Union und viele andere.

Zu dieser Zeit lebte auch Vicco von Bülow in Hamburg, der an der Hamburger Kunstakademie studierte. Und er interessierte sich, aus welchem Grunde auch immer, für das HELD STUDIO. Das Jahr ist in den Held-Akten nicht festgehalten, aber es muß um 1950 gewesen sein; denn er lernte im Studio seine Frau Rose-Marie (Romi) kennen, die beim Held als Zeichnerin arbeitete. Die Hochzeit fand bereits im Jahre 1951 statt.

Hans Held und auch Vicco von Bülow waren keine ganz einfachen Menschen und beide hatten keine großen Bedürfnisse für private Kontakte. Und doch hat es immer mal wieder Kontakte gegeben. Vicco von Bülow hatte am Starnberger See später eine Zeichenfilmproduktion und er brauchte dringend einen Mitarbeiter bzw. guten Kameramann. Das Held-Studio, das vergrößert wurde und in die Trick-Film GmbH. überging, beendete 1958 die Produktion und der Kameramann von Hans Held, Günter Schilling brauchte eine neue Tätigkeit. Er wohnte am Starnberger See und so hat Hans Held eine Verbindung zu Vicco von Bülow hergestellt. Günther Schilling hat für Vicco von Bülow sämtliche Wum und Wendelin-Filme in Percha am Starnberger See produziert.

Erika Held, die seinerzeit für Hans Held die Agentur übernommen hatte, war immer auf der Suche nach Produkten, die durch das Fernsehen bekannt waren und sich verkaufen ließen. So bemühte sie sich um die Wum-Produktion. Und mit diesem Wum kamen Hans Held und Vicco von Bülow zu einem gemeinsamen Produkt. Bülow war der Urheber von Wum und Hans Held stellte die Modelle von Wum im Einvernehmen von Bülow her. Produziert wurde der Wum in zwei verschiedenen Ausführungen – einmal auf einem roten Sitzkissen mit beweglichen Ohren und einmal mit einem Banjo auf dem Sitzkissen. Produziert hat diese Figuren die Firma Goebel (bekannt durch die Hummel-Figuren) in Rödental. Die Figuren wurden von 1973 bis 1975 in sehr großen Stückzahlen in PVC-Ausführung hergestellt. Von jeder verkauften Figur bekam die „Aktion Sorgenkind“ eine Spende. 1975 gab die Firma die Spielwarenproduktion auf und damit verschwand auch diese Figur vom Markt. Sie wurde weiter von der Firma Schleich als Schlüsselanhänger produziert. Hans Held hat mit der Firma Goebel etliche Produkte auf den Markt gebracht. U. a. auch ein Raketen-Modell-Flugzeug.

1988 hatten wir Herrn von Bülow zu einem Leseabend in das Rosenhof-Atelier eingeladen. Er wäre auch gern gekommen, musste diese Veranstaltung aber auf 1989 verschieben. Im März 1989 kam Vicco von Bülow zu einem privaten Besuch mit seiner Frau nach Haid. Es hat beiden sehr gut gefallen und sie wollten unbedingt, trotz ständiger Zeitnot, einen Besuch wiederholen.1989 wurde der Rosenhof verkauft und es kam zu keinem weiteren Besuch und auch nicht zu einer Lesung. Das war schade. Zur Trauerfeier von Hans Held am 23. Mai 1995 konnte Vicco von Bülow wegen einer bereits geplanten Reise leider nicht nach Wessobrunn kommen. In einem sehr persönlichen Brief schrieb er u. a. „Ich werde Ihren Mann und die Zeit unserer gemeinsamen Arbeit nie vergessen".

 

1.1.1949 - "Fräulein Mabel fällt aus dem Rahmen" - ein SPIEGEL-Artikel aus Heft 1/1949, wo Hans Held erwähnt wird.

 

Hans Held kehrt heim nach Wessobrunn


Urnenbeisetzung


Heimkehr nach genau 16 Jahren

Hans Held Haid
Geb. 23. 5. 1914 gest. 15. 3. 1995

Als leidenschaftlicher Flieger hatte Hans Held schon früh den Wunsch geäußert, nicht in einem Grab beigesetzt zu werden. Seine Asche sollte aus einem Flugzeug über dem Meer verstreut werden. Diesen Wunsch konnte ihm seine Frau nicht erfüllen; sie brauchte zur Erinnerung eine Gedenkstätte. Und da es im Jahre 1995 nicht sicher war,  ob sie in Wessobrunn weiter leben würde, hat sie ihren Mann in ihrer Heimat, in  der Magdeburger Börde, in Oberpeissen, auf dem Familiengrab beisetzen lassen. Ihr Wunsch war, nach ihrem Tode in die Heimat zurück zu kehren. Nachdem Erika Held im Jahre 2011 immer noch in Haid lebt, dort auch bleiben möchte und die Gemeinde Wessobrunn inzwischen pflegeleichte Urnengräber in der Erde angeboten hat, hat sie ihren Mann am 23. Mi 2011 nach Wessobrunn geholt und damit auch für sich selbst entschieden, in Wessobrunn beigesetzt zu werden. Geplant ist, dass diese Grabstätte mit der Wessobrunner Madonna möglichst viele Jahre erhalten bleibt. Nach 26 und 42 Jahren war und ist Wessobrunn  für beide Heimat geworden. So entwickeln sich im Leben oft Dinge, die anders geplant waren. Mit der jetzigen Lösung können alle Beteiligten und Freunde voll zufrieden sein.

 

merkur

20.09.2009 Das "Lebensmosaik eines Genies"

 

merkur

16.09.2009 "Der Mann, der "Mecki" erfand"

 

30.12.2003 "Mit dem Mecki ging auch die Gemütlichkeit" - Hans Held zeichnete beliebten Igel